Gründung Het Gulden Vlies Komturei Schweiz


Die langjährige Freundschaft und Verbindungen zur NEG (Närrisch Europäische Gemeinschaft) brachte 1988 die beiden Niederländer Dr. Theo Fransen und Leo Poels dazu, Heinz Josef Wissmann als Ritter des Golden Vlies vorzuschlagen.


Leo Poels, Heinz Josef Wissmann und Prof. Dr. Eduard Trips

Schon im darauffolgenden Jahr, am Samstag den 26.August 1989, wurde Heinz Josef Wissmann im gotischen Saal zu Brügge zum Ritter geschlagen.

Heinz Josef Wissmann wird zum 1. Schweizer Ritter geschlagen.

Gleichzeitig bekam er vom damaligen Grossordensmeister Prof. Dr. Eduard Trips den ehrenvollen Auftrag in der Schweiz eine Grosskomturei der Int. Bruderschaft „Het Gulden Vlies“ zu gründen. Somit war Heinz Josef Wissmann bereits 1989 der erste Grosskomptur allerdings noch ohne Ritter.

Ein ganz besonderes Erlebnis war 1989 sicher auch der Festzug des Goldenen Baumes der nach 1963, 1964, 1966, 1969, 1972, 1974, 1976, 1979, 1983 und 1986 bereits zum 11-mal veranstaltet wurde.

Bereits 1990 reiste Heinz Josef Wissmann mit den Ritteraspiranten  Arthur Notter, Franz Josef Füglistaler und Kurt Karl Kunz nach Brügge.
Arthur Notter, Kurt Karl Kunz, Grosskanzler Prof Dr. Eduard Trips und Franz Josef Füglistaler.


1990 Gruppenbild in Brügge mit den ersten 4 Schweizer Rittern.

1991
Heinz Josef Wissmann hat somit den Grundstein der Komturei Schweiz erstellt und am 09. März 1991 konnte die erste Generalversammlung stattfinden. Als Ordensschreiber amtete nun Arthur Notter, das Amt des Schatzmeisters übernahm Kurt Karl Kunz und Franz Josef Füglistaler wurde Zeremonienmeister. Briefpapier wird gedruckt und der Kassier erhält ein Kassabuch.

07. - 09. Juni 1991 Kleiner Konvent in Maastrich mit 4 Rittern und 1 Frau
15. – 18 August 1991 13. Grosser Konvent in Brügge mit 4 Rittern, 2 mit Frauen


Die 1991 frisch geschlagenen Ritter auf der Grachtenfahrt

1992
08. August 1992 02. GV im Bachschulhaus Urdorf
14. Grosses Kapitel Brügge, Datum nicht bekannt


Einer der vielen spontanen Auftritte von Vreni Kunz.

1993
07. Mai 1993, 03. GV  Urdorf
Ein Pin wird kreiert und in Auftrag gegeben.
15. Grosses Kapitel, Datum nicht bekannt

1994
1. Juli 1994, 
04. GV im Rittersaal zum Chlösterli, Urdorf
02.-04.09.1994, 16. Grosses Kapitel Brügge


Die Schweizer Delegation 1994


Schöne, gemütliche  Stunden in Brügge.

1995
Der erste Stempel wird für 148.40 angeschafft somit kann Briefpapier und Couvert gezeichnet werden.
14. 07. 1995, 05. GV  Urdorf

31.08.-03.09.1995, 17. Grosses Kapitel Brügge


Gruppenfoto 1995

1996
05. Juli 1996, 06. GV  Urdorf im Zunftstübli der Narrenzunft Chlösterli Urdorf
23. – 25.08.1996, 18. Grosses Kapitel Brügge, Bünter Noldi wurde als 12. Ritter der Schweizer Komturei geschlagen
07.-09.06.1996, Kleiner Konvent in Trier besucht von 5 Rittern

Gartenbeiz in Trier

Mit grossem Engagement organisierte Heinz Josef Wissmann die Ritter für die Teilnahme am Grossen Konvent in Brügge. Für Ihn war es eine grosse Ehre, dass er jedes Jahr die Schweiz in Brügge vertreten durfte. In den 11 Jahre Amtszeit als Grossmeister erlebte er mit seinen Ritterbrüder noch viele andere Höhepunkte so zum Beispiel:
1991 den Kleinen Konvent in Maastrich, 1996 den Kleinen Konvent in Trier,
1999 den 1. Kleinen Konvent in der Schweiz in Luzern,

um nur einige zu nennen.


Am 06.09.2003 wurde Heinz Josef Wissmann Ehrengrosskanzler, unter seiner Amtszeit wurden 13 Schweizer zu Rittern geschlagen.

Geschichte Het Gulden Vlies


Die Initiativen für eine europäische Vereinigung haben in vielen Ländern der Welt, besonders aber in Westeuropa viele Befürworter gefunden. So fanden in den zurückliegenden Jahrzehnten, neben den politischen und wirtschaftlichen Begegnungen auf höchster Ebene, auch darunter tausende von Freundschaftstreffen, Städte- und Sportbegegnungen, Jumelagen, Zusammenkünfte von Vereinen und Verbänden, aus allen Ländern und Regionen Europas statt.

Anlässlich einer solchen Begegnung zwischen Belgiern und Deutschen nahm der Fremdenverkehrsdirektor der Stadt Ludwigshafen, Herr Müller-Kattwinkel, mit seinem Freund, Herr Eugen Fritzenschaft, 1978 in Brügge, dem Venedig des Nordens, die Gelegenheit wahr, an die Entstehung einer Bruderschaft zu denken. Der Katalog zur bevorstehenden Ausstellung über den Ritterorden das „goldene Vlies" gaben den zündenden Gedanken. Man war sich einig, dass der Ritterorden vom „goldenen Vlies" der erste wichtige Menschen- und zugleich völkerverbindende Orden in Europa war. Beide Herren hatten ein offenes Ohr für mittelalterliches und bis in die heutige Zeit erhaltenes Brauchtum. Ihr Gesprächspartner war Herr Prof. Eduard Trips, der im Kulturkreis von. Brügge und seiner Region als anerkannter Kenner der Geschichte galt.

Nun wurde diese internationale Bruderschaft gegründet und Herr Fritzenschaft beauftragt, ein entsprechendes Juwel zu besorgen, damit die erste Verleihung, natürlich in Brügge, an den Gouverneur von Westflandern, Herrn Leo von Acker und an den Oberbürgermeister von Ludwigshafen, Herrn Dr. jur. Werner Ludwig, der auch zugleich Senator der Brauchtumsgarde in Brügge war, stattfinden konnte.

Leider verstarb Herr Gouverneur von Acker kurz vor dieser Investitur, doch konnte Herr Dr. Ludwig noch geehrt werden.
Um aber nunmehr auf die eigentlichen kulturellen und humanitären Ziele der internationalen Bruderschaft „Het Gulden Vlies" einzugehen, möchte der Chronist noch weiter in der Geschichte zurückblättern und einen kurzen Abriss geben über die Entstehung des Originalordens „goldenes Vlies". der heute noch als ranghöchste Auszeichnung in Europa, ja auf der ganzen Welt gilt.

In diesem kleinen Königreich, es hiess lolkos, mit seinem König Pelias, hatte nach der griechischen Mythologie die menschliche Entwicklung begonnen. Diese Entwicklung brachte es mit sich, dass besagter Pelias mit seinen Schafen nicht mehr zufrieden war. Viel lieber wollte er das goldene Vlies besitzen. Dieses mit goldenen Fäden eingesponnene Schaffell, gilt als ungeheuer wertvoll. Er wusste damals noch nicht, dass dieses goldene Vlies durch das Goldwaschen (übrigens in der Gegend des heutigen Georgien) entstand. So befahl er seinem Vetter Jason, mit 50 Azubiris ( auszubildende Ritter), die sowieso nichts zu tun hatten, König Phrixos von Kolchos das Vlies wegzunehmen und ihm, dem Pelias, auszuhändigen. Die 51 Aussteiger, darunter so bekannte Namen wie Kastor, Pollux, Herakles und Orpheus, bestiegen das Schiff „Argos" und so begann der Argonautenzug.

Sie brauchten Jahre, erlebten allerhand und fanden schliesslich mit Hilfe einer unsympathischen Zauberin namens Medea das Vlies im Kaukasus.

Nebenbei bemerkt, die Götter Griechenlands lächelten längst nicht mehr. Schon Ausgangs des 13. Jh. begann in Italien die Renaissance. Sie bedeutete die Wiederbelebung der Antike und bewirkte die geistige Umformung des Welt- und Menschenbildes an der Grenze vom Mittelalter zur Neuzeit.

Es ging den Leuten zu dieser Zeit eigentlich nicht mehr schlecht. Die Fürsten und Grossbürger hatten Zeit und Geld, die Bauern und Kleinbürger hatten Arbeit und wenig Geld. Letzteres mussten sie den Fürsten und der Kirche abgeben. So hatte jeder das seine. Und keiner war zufrieden. Auch Philipp von Burgund nicht. Der hatte gerade von seinem Vater das Herzogtum Burgund geerbt. Von der Nordseeküste bis zu den Gipfeln der Alpen reichte sein Reich. Trotzdem war er unzufrieden. Da gab es den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, den König von Frankreich und eine Menge Fürsten. Die waren alle viel ärmer als Philipp der Gute, aber sie hatten Titel, die sie weit über den Rang eines Herzogs hinaushoben.
Philipp musste sich etwas einfallen lassen. In seinen Jugendjahren hatte er die Geschichte von Jason und seinen Argonauten gelesen. Ein gewisser Appolonois von Rhodos hatte sie geschrieben. Schon damals hatte er den Mut der 50 Männer und die Treue zu ihrem Führer Jason bewundert. Daraus musste sich etwas machen lassen, womit er sein Image aufpolieren konnte. - Er machte einen Orden daraus. -Seine bevorstehende Hochzeit mit Prinzessin Isabella von Portugal erschien ihm der geeignete Zeitpunkt, die gekrönte Konkurrenz damit zu überraschen.

Am 10. Januar 1430 ritt der Herzog an der Spitze von 23 Rittern durch die Strassen der Stadt Brügge. Er holte seine Prinzessin zur Vermählung ab. Im Lichte der Wintersonne glänzten auf den Rüstungen seiner Begleiter und auf seinem festlichen Gewande die Orden vom „ Gulden Vlies ". Die kaiserlich-königliche Konkurrenz war empört, aber auch sehr bemüht, den neuen Orden verliehen zu bekommen.

47 Jahre später, am 15. Jan. 1477, brach sich wieder das matte Licht der Sonne in dem Gold des Vlieses. Diesmal war es Karl dem Kühnen, Herzog von Burgund, angelegt. Zehn Tage vorher hatte er die Schlacht bei Nancy verloren und kam dabei zu Tode. Seine Tochter Maria, Erbin von Burgund, heiratete bald darauf den Erzherzog Maximilian, einen Habsburger und späteren Kaiser und rettete damit sich und ihr Herzogtum vor dem Machtanspruch des Königs von Frankreich. Durch den Tod Karl des Kühnen und durch die Heirat Maria v. Burgund mit dem Erzherzog Maximilian, dem späteren Kaiser, wurde der „goldene Vlies" habsburgisch. Durch diese Heirat wurde das eher arme Habsburg sehr reich und mächtig.

Der König von Frankreich, Ludwig der XI. dem diese Verbindung aus verständlichen Gründen nicht passte, hatte nunmehr zwangsläufig das Kaiserreich vor der Türe. Schade, dass die wohl wunderbarste Heirat Europas negative, politische Aspekte hatte, denn die österreichischen-französischen und später französisch-deutschen Erbfeindschaften, die heute endgültig der Vergangenheit angehören, hatten dort ihren Ursprung.

Ein sehr bedeutender Träger des Ordens war der Enkel Maximilians, Karl V., deutsche Kaiser und zugleich König von Spanien (Carlos I.) Ganz im Geiste seiner noblen burgundischen Vorfahren erzogen, bekannte er sich zu deren Symbol, das er als Orden um den Hals trug. Er war die Verkörperung der universalen Kaiseridee des Mittelalters. Seine politische Konzeption scheiterte nicht zuletzt daran, dass seine deutschen Fürsten eben keine Burgunder, und auch keine Ritter vom „Gulden Vlies" waren. Er zog sich am Ende in das spanische Kloster San Jeronimo de Guste zurück und soll auch noch dort jeden Tag seinen Orden getragen haben.

Wichtig ist, dass sie ein ungestörtes Verhältnis zum europäischen Friedensgedanken haben, dass sie Tradition und Brauchtum schätzen. So sind heute in der Bruderschaft sowohl Museumsdirektoren, Schriftsteller, Oberbürgermeister, Unternehmer, Freiberufler, Handwerksmeister und sonstige Berufsgruppen vertreten. Einige von ihnen kommen auch aus der Spitze des Brauchtums Karneval, Fasching o.ä. oder auch aus dem Folklorebereich, wo sie als Präsidenten nachweisbare Erfolge für diese Brauchtums pflege hatten. So ist der Präsident der Europeade der Folklore ebenfalls Ritter der Internationalen Bruderschaft.

Komtureien bestehen derzeit in Belgien, Deutschland, Niederlande, England, Österreich, Kanada, USA, Schweiz und Spanien. Die souveränen Komtureien haben ihre eigenen Zusammenkünfte, jährliche Hauptversammlungen oder halten kleine Konvente (Kapitel) ab.

In Brügge findet aber jährlich in der ersten Septemberwoche das grosse Kapitel statt und nur dort erfolgt auch die Investitur, d.h. Ritterschlag und feierliche Verpflichtung mit dem Met-Trunk und Ordensverleihung.

Dies geschieht im ehrwürdigen Rathaus oder in einem anderen historischen Gebäude. Von jedem Land können jährlich nur ein bis drei Aspiranten zum Ritter der Bruderschaft geschlagen werden.

Der Sitz der Ordensregierung ( Grossmeister, Grosskanzler, Schatzmeister und Kapitelrat ) befindet sich grundsätzlich in Brügge. Der erweiterte Kapitelrat besteht aus den Grosskomturen, die in ihren Ländern direkt gewählt werden.

"pretium laborum non vile"

(Mühen gibt es nicht umsonst)